Fragen kostet nichts....

...solange wir Ihre Frage und unsere Antwort in anonymisierter Form anderen Ratsuchenden auf dieser Seite zeigen dürfen. Keinesfalls dürfen Sie in diesem Frage / Antwort-Dialog eine tiefergehende Beratung erwarten. Dies bleibt allein Ihrem Steuerberater vorbehalten. Auch werden wir nicht jede Frage hier veröffentlichen.

Wie immer bei kostenfreien Angeboten gilt: Sie haben keinen Rechtsanspruch auf eine Antwort. Ebenso werden wir bei knapp geschilderten Sachverhalten jede Haftung und Gewährleistung ausschließen. Nutzen Sie dieses Forum für einen ersten Einstieg in "Ihr" Problem. Wir können dem eine sinnvolle Richtung geben. 

 
F. aus Norddeutschland fragt:
In unserem Schwimmbad wird ein zertifiziertes Kassensystem genutzt. Angegliedert an die Bargeldkassen der Mitarbeiter ist ein Automat, an dem Eintrittskarten gezogen werden können, falls mal kurzzeitig kein Mitarbeiter vor Ort sein sollte. Da dieser Automat in das Kassensystem integriert ist, kann der Sollbestand (sowohl an Einnahmen, als auch an Wechselgeld) jederzeit anhand von Berichten geprüft werden.

Frage 1: Müssen die Einnahmen aus dem Automaten täglich entnommen, und die Soll-Ist-Bestände an Wechselgeld abgeglichen, werden?

Frage 2: Darf der Z-Bon von den Mitarbeitern selbst erstellt werden? Das System druckt zum Schichtende einen kleinen Zettel mit Schichtnummer, Schichtbeginn und -ende, sowie den Brutto- und Netto-Solleinnahmen aus. Darauf vermerkt sind keine Ist-Einnahmen, Stornobuchungen, Preisnachlässe, Retouren und Entnahmen. Wir handhaben es immer so, dass die Kassierer diesen Zettel auf ein A4-Blatt aufkleben, auf dem sie zusätzlich ihre Ist-Einnahmen vermerken (Anzahl und Art der Scheine/ Münzen; natürlich gibt es niemals Differenzen, denn sie sehen auf dem Ausdruck, was sie eingenommen haben müssen), die Stornobelege anheften, und unterschreiben. Kann man dieses selbst erstellte "Paket" als Z-Bon werten, oder müssen wir beim Softwarehersteller um eine kostenpflichtige Erweiterung (hier wurde uns die "verdeckte Schichtermittlung" angeboten) bitten?
Antwort:
Guten Tag in den Norden,

ich würde Ihren "Automaten" analog zu Fahrscheinautomaten sehen. Hierbei handelt es sich laut Gesetzgeber nicht um Kassen (Katalog § 1 S. 2 KassenSichV i.V. mit § 146a Abs. 1 S. 1 AO). Der Automat selbst muss damit nicht GoBD-Konform sein.

Frage 1: Klares Jein. Der Bundesfinanzminister hat am 19. Juni 2018 durch einen Anwendungserlass zu § 146 Abgabenordnung geregelt, dass hier der Zeitpunkt der Kassenentleerung maßgeblich ist. Dann, wenn Sie die Kasse leeren, muss die Einnahmebuchung im Kassensystem erfolgen. Sorgen macht mir Ihre Aussage, wonach der Automat in das Kassensystem integriert ist. Dem müssen Sie nachgehen. Wenn Sie mit integriert eine automatische Einnahmebuchung am jeweiligen Tag verstehen, müssen Sie nach meiner Meinung die Kasse auch zählen. Haben Sie nur einen rein informativen Zugriff ohne Buchung, eher nicht. Diese Frage sollte Ihr Steuerberater aber beantworten können.

Frage 2: Ja, ein vom Mitarbeiter erzeugter Z-Bon ist sogar noch authentischer als von Chef/Chefin selbst erzeugt. So sieht es der Prüfer, da Mitarbeiter ja keine Betrugsmotivation hätten ;-). Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir tatsächlich von einem Z-BON sprechen. Typischerweise steht über dem Beleg "Z-Bon" oder "Tagesendbericht". Diese sind fortlaufend nummeriert. Daneben gibt es Schichtabrechnungen, um die es hier aber nicht geht. Denn die Summe aller Schichtabrechnungen ist der Tagesbericht. Dabei ist wichtig, dass im Bericht vermerkt wird, dass keine Schichten noch offen sind. Auch Ihre Kasse muss einen Tagesabschluss fahren können. Andernfalls ist sie nicht GoBD konform. Das darf kein kostenpflichtiges Erweiterungstool sein, hier sind wir an der Kernaufgabe einer Kasse, nämlich Tages- und Monatsabschlüsse zu erstellen. Ich befürchte, Ihr Kassensystem ist nicht GoBD fähig. Oder Sie haben die Funktionalitäten Ihrer Kasse noch nicht gründlich erforscht. Lassen Sie sich sicherheitshalber vom Hersteller schriftlich bestätigen, dass Ihre Kasse den GoBD entspricht.

Die verdeckten Schichtermittlungen sollen vermutlich nur eingeschliffene Workflows nachbilden. Hier wird es einfacher sein, sich an dem Workflow der Kasse anzulehen. Mich irritiert auch das Wording: Hoffentlich verdeckt und nicht versteckt. Sinn ergibt es trotzdem nicht. Es sei denn, man will damit den Tagesendbericht simulieren, um Fehler zu vermeiden. Das wäre ein grundfalscher Ansatz, weil Fehler zum Leben gehören. Wer sich verzählt, korrigiert ganz offen und niemals verdeckt am nächsten Tag. Fehlen solche menschlichen Fehler, ist die Kassenführung nicht authentisch.

Das Kombinieren von Ausdrucken aus der Kasse mit handschriftlichen Vermerken (..."IST-Einnahmen vermerkt"...) ist keine maschinelle Kassenführung. Sie stehen hier auf dünnem Eis. Das kann bei Prüfungen gut gehen, oder eben nicht.

Noch ein Hinweis: Sortenzählungen (Anzahl 10 Centsücke usw) sind nicht verpflichtend.
W. aus Süddeutschland fragt:
Ich arbeite in einer .... Kommune. In unserem Hallen- und Freibad sowie im Kuramt haben wir jeweils eine alte Reg.Kasse aus den 90iger Jahren eingesetzt. Beide Betriebe sind als Betrieb gewerblicher Art eingestuft. Unterliegen wir auch dem Kassengesetz ?
Antwort:
Klares JA. Man hat bei der Definition, was überhaupt eine "Kasse" sei, den Kommunen damit geholfen, dass Fahrkartenautomaten im öffl. Nahverkehr keine Kassen sein sollen. Das ist nicht logisch und sicherlich politisch getrieben. Weitergehende Konzessionen gegenüber der öffl. Hand sind hier aber nicht bekannt. Wie Sie selbst schreiben, handelt es sich um einen kommunalen Gewerbebetrieb. Sie unterfallen dem normalen Steuerrecht, was entsprechend auch für die Aufzeichnungspflichten gilt. Somit droht Ärger, sollte die ab 1.1.2018 mögliche Kassennachschau feststellen, dass kein GoBD-konformes Kassensystem im Einsatz ist. Es gibt inzwischen sehr gute und relativ günstige Softwarekassen, die beispielsweise in der Hallen- und Freibadgastronomie eingesetzt werden können. Arbeitet Ihr Betrieb mit Kartensystemen für Badegäste, wird es freilich ein wenig komplexer und teurer. Vor- und Nachteile einer jeden Lösung sollten Sie auf die eigenen Betriebsabläufe abstellen und betreffend der ordnungsgemäßen steuerrechtlichen Umsetzung mit Ihrem Steuerberater besprechen. Das macht auch deshalb Sinn, weil das Finanzamt bei Betriebsprüfungen auch eine Verfahrensdokumentation anfordert. Und die besteht aus mehr als nur der Bedienungsanleitung für das Kassensystem…
S. aus DE fragt:
Ich arbeite in einem Blumenladen und wir sind sehr verzweifelt,was für eine Kasse müssen wir haben damit wir kein Stress bekommen.
Antwort:
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei www.kassengesetz.de . Natürlich richtet sich die Notwenigkeit eines Kassensystems nach der Umsatzgröße Ihres Geschäfts. Sollten Sie einen "normalen" Blumenladen haben, würde ich glatt auch eine Registrierkasse verzichten. Sie müssen keine Registrierkasse einsetzen. Hier reicht es aus, handschriftlich ein Kassenbuch zu führen. Wie man das macht, wird Ihnen Ihr Steuerberater erklären. Kunden erhalten als Beleg handgeschriebene Quittungen.

Ist Ihnen das zu lästig, muss die Registrierkasse den GoBD (früher: GDPdU) entsprechen. Beide Fachbegriffe meinen Vorschriften, die wir unter "Kassengesetz" zusammenfassen. Der Hersteller ihres jetzigen Systems kann Ihnen sagen, ob die Kasse geltendem Recht entspricht.

Nicht möglich ist eine Kombination aus einer alten, geltendem Recht nicht entsprechenden Kasse mit einem handschriftlichen Kassenbuch.

Gerne können Sie mich auch unter der Rufnummer .... anrufen.
S. aus DE fragt:
Ich betreibe einen Waschsalon. Nun wurde in einer laufenden Umsatzsteuerprüfung festgestellt, dass ich die Einnahmen aus dem Waschautomaten täglich in ein Kassenbuch zu schreiben habe gemäß § 146 Abs. 1 S. 2 AO.
Bisher wurde der Automat nur unregelmäßig geleert und das Geld zur Bank gebracht.
Wie ist es nun richtig?
Antwort:
Hallo und guten Tag,

Damit ich es nicht falsch verstehe: Waschsalon meint Textilwaschmaschinen für Bekleidung, die durch Münzeinwurf gestartet werden.

Ich habe Ihnen einen Artikel beigefügt, der „Selbstbedienungsregistrierkassen“ anspricht. In diese Richtung sollten Sie argumentieren, wenn denn Ihr Waschsalon ohne Personal betrieben wird. Dann stellt sich freilich die Frage, wie ab 1.1.2017 zu verfahren ist. Zumindest aber könnten Sie sich bis 31.12.2016 auf die „Kassenrichtlinie 2010“ berufen und erklären, dass es keine Updatemöglichkeiten für die Software geben würde. Dann sind Sie aus dem Thema GoBD erst einmal raus.

Momentan hat der Prüfer Ihr System als „offene Ladenkasse“ angesehen, die täglich geleert, gezählt und in ein Kassenbuch einzutragen ist. Ich würde dennoch in die Richtung „Vending“ argumentieren und versuchen, eine maximal wöchentliche Leerung hinzubekommen. Man kann über den Sie vertretenden Steuerberater diese Frage über ihr Finanzamt abschließend klären lassen. Vorwand muß eine anstehende Investition sein (=kein abgeschlossener Sachverhalt), die besser unter 10.000 EUR liegt, da dann keine Gebühren anfallen. Bei Ihnen drängt sich die Frage auf, ob Sie Ihre Geräte „technisch aufrüsten“ müssen, damit die Maschinen GoBD-Daten übertragen können. Denn schließlich sind Sie nicht täglich „vor Ort“, um die Geldschubladen zu leeren. Vermutlich wird man diese Auskunft ablehnen, Ihnen aber einen Hinweis geben, wie die Sache zu sehen ist.

Nebenbei: Sollten Sie keinen Jahresabschluss („Bilanz“) aufstellen und Ihre Einnahmen über eine Einnahme- Überschußrechnung ermitteln, gibt es Erleichterungen bei der Kassenbuchführung. Wird hier nur durch eine geordnete Belegablage die Einnahmeseite plausibel dargestellt, reicht das. Führen Sie tatsächlich „freiwillig“ ein Kassenbuch, müssen Sie sich daran auch messen lassen.

Ich kann und darf Ihnen mit dieser Auskunft keine Rechtsicherheit geben, da ich Ihren Fall nicht gut genug kenne. Zumindest haben Sie einige Anhaltspunkte, wie Sie weiter vorgehen können.

Y.R. aus Niedersachsen fragt:
Hallo Herr ....,

ich bin Mandantin bei Ihnen und hoffe [ anonymisiert]. Wie Sie wissen, betreibe ich nebenbei auch Food & Snack Automaten, die an der ......Schule stehen. Ich habe eifrig Ihre Informationen mitgelesen und habe im Prinzip keine Sorgen damit. Bis auf die Tatsache, dass ich die Automaten nur jeweils Montags oder Dienstags auffülle und das Geld entnehme. Somit kann ich nicht täglich meine Einnahmen zählen. Schlimm?
Antwort:
Im Mai 2018 hat sich die geschilderte Situation verändert. Nunmehr hat die Finanzverwaltung von der täglichen Entleerungspflicht bei Automaten Abstand genommen und erwartet einen Kassenbucheintrag nach konkreter Entleerung. Dies ist jedoch kein Freibrief, Automaten bspw. nur einmal im Monat im Kassenbuch zu erfassen. Wird geleert, wird die Einnahme erfasst. Denn am Ende des Tages muss die Story beim Finanzamt stimmig sein. Es gibt Regionen in Deutschland, bei denen eine tägliche Entleerung der Automatenkassen vernünftig ist, weil andernfalls Andere den Automaten mit der Brechstange leeren. Hier ergibt es keinen Sinn, dem Finanzamtsprüfer zu erklären, man müsse nur monatlich entleeren.


Alte Rechtslage (gleiches Ergebnis):

Hallo Frau R....,

weshalb haben Sie nicht angerufen? Andererseits: Die Frage hilft im Forum. Also herzlichen Dank ;-) Es gibt zum Thema "Vending" und GoBD keine verlässlichen Informationen. Im Gesetz steht, es "soll" täglich gezählt werden. Aus dem "soll" ist aber bei 99% aller Kassen ein "muss" zu sehen, da die GoBD auf Unveränderbarkeit höchsten Wert legen. Und dies bedeutet spätestens am nächsten Tag.
Sie sind nachvollziehbar nur im Wochenrhythmus "vor Ort". Das genügt in diesem Fall, wenn das Gerät selbst die Bedienungen registriert und einen Tagesabschluss fährt. Denn die Woche kann ja mal über das Monatsende hinausgehen. Schicken Sie doch bitte einmal die ....Datei [ Datensatz aus dem Gerät] an Frau ..... . Wir sehen und das gemeinsam an. Weiterhin: Im Moment fallen die Automaten mit in Ihren bilanzpflichtigen Betrieb. Falls wir dies ausgliedern würden, wären Sie Einnahme- Überschussrechnerin mit einigen Aufzeichnungserleichterungen zur Kassenführung. Allerdings schützt das nicht vollständig vor den GoBD, wenn der Automat für sich als Registrierkasse gewertet werden würde. Wer freiwillig (oder weil es eben nicht anders geht) eine Kasse führt, muss dies dann auch ordnungsgemäß tun.
Keine Sorge: Wir besprechen das einmal, danach ist das kein Problem mehr.

Liebe Grüße

Ihre Wotax
L.T. aus dem Rhein/Main Gebiet fragt:
Hallo,

stimmt es, dass SB-Staubsauger Kassen sind, die unter die GoBD fallen? Wie soll das gehen. Da ist nur ein Münzprüfer drin.
Antwort:
Sehr geehrter Herr T.,

ja, ein SB-Sauger ist eine "Kasse". Tatsächlich sprechen die GoBD von "Geräten". Kommt hier Geld rein und Leistung raus, liegt ein "Gerät" vor, welches unter die GoBD fällt.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ihr Sauger einen Datensatz für den Prüfer ausspucken muß. Unsere Meinung, die wir Ihnen unverbindlich wiedergeben: Es handelt sich um eine "offene Ladenkasse" (Fachbegriff), welche manuell geführt werden sollte. Wir empfehlen die Tageseinnahmen und -soweit vorhanden- den Zählerstand auf einer Einbuchungsliste JE Sauger festzuhalten und dieses Geld am selben Tag und zwingend betragsgleich in der Tankstellenkasse einzubuchen. Ihr SB-Sauger wird also nicht im eigenen Kassenkreislauf gesehen, sondern als Filialkasse, die täglich auf die GoBD-fähige Hauptkasse aufgelöst wird.

ZWINGEND täglich.

Tipp: Falls kein 24 Stundenbetrieb gegeben ist, ruhig nachts das Geldfach offen lassen, aber die leere Auffangschale (teuer!) rausnehmen und für die Frühschicht auf den Tresen stellen. Diese trägt die Schale wieder zum Gerät und schließt ab. So ersparen Sie sich vielleicht Reparaturkosten nach Aufbruchsversuchen. Kritisch: Ist nicht abgeschlossen, könnte die Versicherung den Vandalismus im offenen Gerät nicht ersetzen.

Freundliche Grüße

Ihre WOTAX
D.W. aus Franken (Bayern) fragt:
Guten Tag,

Ich setzte eine Registrierkasse von **** mit Softwarestand **** ein. Bei mir läuft absolut Alles sauber. Die Schichtleiter zählen ihre Kassen, was ich täglich kontrolliere. Muss ich die Tageskasse mit dem hier ausgewiesenen Kassenbargeldbestand nochmals zählen? Dass ist doch nur die Summe aus den Schichten.
Antwort:
Sehr geehrter Herr D.W.,

Nein. Offene Ladenkassen ( = "Geldkassetten") MÜSSEN täglich im Wege eines Kassensturzes gezählt werden. Der Bestand ist in das manuelle Kassenbuch einzutragen, möglichst noch nach Umsatzarten aufzugliedern. Bei REGISTRIERKASSEN sieht das ein wenig anders aus. Der BFH hat hier mit Urteil vom 1.10.1969 recht laxe Regeln aufgestellt und die Kassenbestandsaufnahme der Inventur (zählen, messen, wiegen...) zugeordnet. Anderseits haben Sie Differenzen zeitnah zu prüfen, was keinesfalls nur jährlich geschehen darf. Logisch gesehen muß die Summe der Schichten den Tag ergeben. Was aber wenn eine weitere Schicht geöffnet und geschlossen wurde, die Ihnen nicht vorgelegt worden ist? Entweder als Korrekturschicht, Trainingsschicht oder "ich schummele mal eben-Schicht"? Je nach Größe des Geschäftsbetriebes muß das Lot wochenweise geworfen werden, indem das Bargeld aufgenommen wird (Tresor + Wechselgeldbestand nicht vergessen !). Bei kleineren Betrieben mag spätestens die Monatskasse der Zeitpunkt sein, an dem das Bargeld komplett durchgezählt wird. Das Risiko ist hoch: Bleiben durch Fehleingaben hohe Differenzen stehen, kann die Kasse verworfen werden (Zuschätzung, wenigstens 2% vom Kassenumsatz, fünfstellige Steuernachzahlung). Sorry, ich würde TÄGLICH zählen und das dokumentieren. Wer schreibt, der bleibt.

Die gute Nachricht: Ihre Kasse ist GoBD fähig und Sie haben ab dem 1.1.2017 (Ende Übergangsfrist Kassenrichtlinie 2010) keine Probleme.

Freundliche Grüße nach Franken

Ihre WOTAX
U.K. aus NRW fragt:
Hallo,

ich habe ein Restaurant in *** . Muss ich auch das Trinkgeld meiner Servicekräfte über die Kasse erfassen? Das ist doch steuerfrei.
Antwort:
Sehr geehrter U.K.,

Ja und Nein. Richtig ist, dass Trinkgelder, die Ihren Arbeitnehmern freiwillig gegeben werden, für Sie als Chef weder Umsatzsteuer noch Sozialabgaben auslösen. Trinkgelder, die Sie selbst bekommen, sind steuerpflichtig.
Kommen wir zur Frage der Aufzeichnung in der Kasse: BAR gezahlte Trinkgelder sollten Sie ignorieren und nicht erfassen. Gerade wenn es mit der Küche noch Spezialabsprachen gibt. Denn dann gerät auch die "Steuerfreiheit" dieser Trinkgelder in Gefahr. Lesen Sie hierzu bitte auf der Seite www.wotax.de unter "Branchen", "Gastronomie" im Bereich "Aktuelles" den Artikel "Trinkgeld - Quell von Ärger + Frust".
Bei unbaren Vorfällen - also Kartenzahlungen - muss das Trinkgeld eine Schleife über die Kasse ziehen. Dann bitte unter "durchlaufenden Posten" steuerfrei erfassen, wenn denn das Trinkgeld nachweisbar (Beleg!!) an die Servicekraft ausgegeben wird. Behalten Sie einen Anteil oder wird nach irgendeinem Schlüssel mit der Küche aufgeteilt (siehe oben), wird es sehr kompliziert. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater ein Verfahren ab und lassen Sie sich dieses auch schriftlich bestätigen.

Ja, (Über-) Leben ist kompliziert geworden...

Herzlichst

Ihr WOTAX Kassenteam
M.R. aus Hessen fragt:
Hallo,

ich habe ein gesondert geführtes Bistro mit einer einfachen **** Kasse. Diese will ich weiter betreiben, weshalb ich die Kassenberichte in Excel schreibe. Dabei gliedere ich den Umsatz in ****** [ 5 Warengruppen ] auf. Die täglichen Kassenberichte lasse ich vom Personal unterschreiben. Das geht doch so, oder?
Antwort:
Sehr geehrter Herr M.R.,

wir haben Ihre Frage ein wenig anonymisiert. Ansonsten haben wir gleich zwei schlechte Nachrichten für Sie:

1.) Kassen dürfen nicht mit Excel geschrieben werden. Das war schon immer so, weil Excel sehr leicht auch später noch verändert werden darf. Jede in Excel vorgelegte Kasse ist ordnungswidrig und führt zu Schätzungen.
Es gibt hierzu auch andere Meinungen, welche bei täglicher, unabänderbarer Datensicherung oder anschließender Speicherung der Excel-Kasse als PDF dies als zulässig ansehen. Wirklich sicher sind Sie mit der manuell geführten Kasse. Dies gilt nicht für begleitende Dokumente wie Kassenberichte oder Zählprotokolle. Aber auch hier ist anzuraten täglich eine PDF-Speicherung vorzunehmen.

2.) Sie können ihre alte, den GoBD NICHT entsprechende Kasse NICHT nach dem 31.12.2016 einsetzen. Die steuerrechtlichen Grundaufzeichnungen werden in dieser Kasse erstellt. Ein Nachschreiben der Kasse -selbst in zulässiger manueller Form - ist nicht gestattet. Das sollte (aus Sicht der Finanzverwaltung) logisch sein, weil Sie mit dieser Kasse auch Kassenbons erstellen und an Kunden weitergeben.

Tipp: Eine manuell geführte Kasse mit manuellen Quittungen wäre möglich, wirkt aber in Ihrem Fall nicht professionell. Erweitern Sie Ihr vorhandenes Kassensystem um ein weiteres Terminal oder setzen Sie für diesen Bereich ein System von **** oder **** ein.

Freundliche Grüße

Ihr WOTAX-Team
R.H. aus Sachsen-Anhalt fragt:
Hi,

bei mir ist das Kassensystem von **** im Einsatz. Ich habe aus Versehen für den ersten Tag im Februar den EKW-Bericht nochmals abgerufen. Ich habe jetzt zwei Monatsberichte. Einen für den 1.Februar und einen für den Rest. Mein Steuerberater hat nur den letzten Bericht bekommen. Das ist mir früher schon einmal passiert. Fällt das auf? Wie kann ich das ändern?
Antwort:
Sehr geehrter Herr R.H.,

wir haben den Namen des Kassenherstellers anonymisiert. Ihr "Problem" ist nicht mit allen Kassensystemen möglich. Zum Glück. Was Sie beschreiben, ist einer der Hauptgründe für die strengen Betriebsprüfungen, die wir momentan haben. Fehlt ein Tagesbericht oder eine Schichtabrechnung, sind die Einnahmen nicht vollständig versteuert. Das dürfte klar sein. Allerdings kann auch Ihr Kassenbestand nicht stimmen. Im Ergebnis würde ein Prüfer wenigstens 2% auf den Umsatz zuschätzen, was rund 20.000 EUR Steuernachzahlung bedeuten kann. Mit diesen Daten dürfen Sie keinesfalls in eine Betriebsprüfung geraten. Entdeckungsrisiko 100%. Sprechen Sie dringend mit Ihrem Steuerberater. Lassen Sie den Monat Februar korrigieren und klären Sie Ihren Kassenbestand ab. Natürlich müssen auch alle Auswertungen ab Februar neu abgerufen werden. Achten Sie bei Ihrem Kassensystem unbedingt darauf, das im Monatsabschluss alle Tage enthalten sind. Hierfür können Sie über ***** die Abstimmliste ***** aufrufen und das auf einen Blick kontrollieren. Den IST-Kassenbestand finden Sie auf *****. Das ist eigenwillig, aber rechtlich zulässig.

Bitte werden Sie aktiv. Das Risiko ist schlichtweg zu hoch!

Ihre Wotax